Theo Thiesmeier: Garagengemeinschaften

Theo Thiesmeier: Garagengemeinschaften

Theo Thiesmeier: Garagengemeinschaften
zurueck

Theo Thiesmeiers fotografische Langzeitstudie gilt einer verschwindenden Spezies von Alltagsarchitektur. Garagengemeinschaften sind Anlagen mit nebeneinander aufgereihten Garagen, die seit den 1950er Jahren auf dem Gebiet der DDR zumeist in der Nähe von Neubauten errichtet wurden. Sie dienten häufig auch als geselliger Treffpunkt.

Der Fotograf hat während seiner Recherchen mehrere Grundtypen bestimmt, dabei auch ein Modell „Dresden“. Seine seriellen Aufnahmen entstanden vor allem an Orten im Land Brandenburg. Sie heben die Individualität der gemeinschaftlich geschaffenen Bauten hervor, die Spuren von handwerklichen Eingriffen durch die Nutzer und ihre abwechslungsreiche Farbigkeit. Die verwitterten Farben und rissigen Oberflächen erscheinen in den Fotografien, als wären sie ursprünglich durch geschulte Gestaltungsabsichten geprägt worden.

Die kleinen Autohäuser werden oft nur noch als Abstellräume genutzt oder sind verlassen. In ihrem gealterten Zustand können sie auch als Symbole wahrgenommen werden: Denkmale der verstreichenden Zeit.

Theo Thiesmeier studierte Film bei Peter Kubelka an der Städelschule in Frankfurt/Main und bei Robert Breer an der Cooper Union, New York und arbeitet seit 1990 als freischaffender Filmmacher. Er lebt und arbeitet seit 1992 in Berlin.

Mit den „Garagengemeinschaften“ präsentiert Thiesmeier zum ersten Mal ein zusammenhängendes thematisches Konvolut seiner fotografischen Arbeit.

Sonderausstellung:

ab 04.10.2019