Museumskino „ERNEMANN VII B“

Im Museumskino rattert`s noch im Vorführraum und ohne Filmvorführer geht gar nichts. Originale ERNEMANN VII B-Kinoprojektoren aus eigenem Sammlungsbestand werden regelmäßig zum Laufen gebracht und entführen in vergangene Filmwelten. Hier wird 35- und 16mm-Filmtechnik erlebbar.

Eine Besonderheit sind die Stummfilmabende mit Klavierbegleitung. Filmreihen, Specials, Filmnächte und Gespräche mit Filmschaffenden machen das kleine nostalgisch anmutende Kino auch zu einem Treffpunkt für Cineasten.

Kartenreservierung:

T +49 (0)3 51 488 72 72

Eintrittspreise:

6  Euro / 5 Euro (erm.)
2 Euro Aufschlag bei Stummfilmen mit Livemusik

ERNEMANN VII B 2018 - Klappe, die 36.

Ingmar Bergman zum 100.

Ingmar Bergman (14.07.1918–30.07.2007) war einer der größten Filmkünstler des 20. Jahrhunderts. In seinen mehr als 50 Filmen, die fast alle autobiografisch geprägt sind, befasst er sich mit den Fragen menschlicher Existenz, mit der Suche nach Gott bzw. nach einem Halt und einer Orientierung im Leben und vor allem mit dem Verhältnis der Menschen untereinander. Die Filme von Ingmar Bergman haben mit ihren oft sehr dichten Dialogen einen literarischen Anspruch – durchaus in der Nachfolge der Dramatik von Henrik Ibsen und August Strindberg. Die Reise seiner „Helden“ sind nicht nur Außenwelt-, sondern immer auch Innenweltreisen, oft führen sie in eine Vergangenheit, die voller ungelöster Konflikte steckt. Andere würden sie verdrängen, Bergman deckt sie auf, weil hier die Wahrheit zum Vorschein kommt, mit welcher der Stolz der Person eigentlich nichts zu tun haben will. Bergman erfand seine Personen und ihre Schicksale immer zuerst auf dem Papier und ging dann wohlvorbereitet ins Atelier oder zum Außen-Motiv, wo er seine Ideen mit seiner „Filmfamilie“ umsetzte – mit Gunnar Björnstrand, Harriet und Bibi Andersson, Max von Sydow, Gunnel Lindblom, Ingrid Thulin, Liv Ullmann, Erland Josephson und vielen anderen. Nicht nur verstand es Bergman seine Geschichten mit großer Präzision zu erzählen und bei der Besetzung der Rollen ein sicheres Gespür für Typen zu entwickeln; auch in der optischen Bewältigung seiner Themen schlug er neue Wege ein, er war fasziniert vom Licht in Räumen und auf Landschaften, seine suggestiven Bilder brachten bisher ungewohnte Formen des Betrachtens hervor. Bis heute gilt: Sein Werk setzt Maßstäbe, an denen sich alle messen lassen müssen – Filmemacher wie Publikum.

Klappe, die 36. Ingmar Bergman