Scenerie und Naturobjekt - Antarktisfotografien von Hans-Christian Schink und der Valdivia-Expedition 1898/99

Scenerie und Naturobjekt - Antarktisfotografien von Hans-Christian Schink und der Valdivia-Expedition 1898/99

Scenerie und  Naturobjekt - Antarktisfotografien von Hans-Christian Schink und der Valdivia-Expedition 1898/99
zurueckDie Ausstellung präsentiert zeitgenössische Fotografien aus der Serie Antarctica von Hans-Christian Schink gemeinsam mit Neuvergrößerungen historischer Aufnahmen eines der ambitioniertesten wissenschaftlichen Projekte des 19. Jahrhunderts. Unter der Leitung des Zoologen Carl Chun startete am 1. August 1898 ein Team von Wissenschaftlern zur ersten deutschen Tiefsee-Expedition auf dem Forschungsschiff »Valdivia«. Über neun Monate und 32.000 Seemeilen führte die Reise durch die südliche Hemisphäre auch in die kaum bekannten Seegebiete der Antarktis. Unter hohem Risiko führten die Wissenschaftler ihre Untersuchungen von dem nicht eistauglichen Schiff aus durch. Mit speziellen Netzen und Lotmaschinen erkundeten sie die Beschaffenheit des Meeresbodens und fingen bis dato unbekannte Lebewesen der Tiefsee. Die Expedition fiel in eine Zeit, in der sich die Fotografie zu einem Massenmedium zu entwickeln begann. Auch an Bord der Valdivia wurden die neuen Möglichkeiten der Technik genutzt. So stammen die in der Ausstellung gezeigten Bilder nicht nur vom offiziellen Expeditionsfotografen Friedrich Wilhelm Winter, sondern auch vom Navigationsoffizier der Valdivia und dem Zoologen Carl Apstein. Neben Dokumentationen der Forschungsobjekte entstanden Aufnahmen von bizarren Eisbergen, der antarktischen Landschaft und auch von Momenten aus Alltag und Arbeit der Wissenschaftler und Besatzung. Der mit einer analogen Großformatkamera arbeitende Künstler Hans-Christian Schink (*1961) unternahm Anfang 2010 eine fotografische Weltreise – eine individuelle Expedition unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts. Auch für ihn stellte die antarktische Region den südlichsten Punkt und zugleich einen der Höhepunkte seiner Route dar. Die Bildfolge Antarctica berührt auf subtile Weise einen der Schwerpunkte seiner fotografischen Arbeit, das Verhältnis von Natur und Zivilisation. Seinen Motiven begegnet Schink mit ausgeprägter Aufmerksamkeit, die daraus entstehenden Bilder sind durchdrungen von seinem reflektierten Verhältnis zu den jeweiligen Gegenständen und dem Aufnahmemedium.

Begleitveranstaltungen 19. Mai 19 Uhr
Vortrag
"Scenerie und Naturobjekt"
Die erste deutsche Tiefsee-Expedition auf der Valdivia

Fotografie als Medium der Welterkundung
Beatrice Staib, Kuratorin der Ausstellung

16. Juni 19 Uhr
Vortrag
Vermessung in der Kälte: Dresdner Forscher in der Antarktis
Mirko Scheinert, TU Dresden, Institut für Planetare Geodäsie, Geodätische Erdsystemforschung

Eintritt in alle Veranstaltungen frei Bildnachweis: Hans-Christian Schink, Antarctica, 2010 (Ausschnitt),
© Hans-Christian Schink, Courtesy Galerie Kicken Berlin und Galerie Rothamel Erfurt/Frankfurt
Sonderausstellung:

12.03.2016 – 26.06.2016