Ausstellungen
THEATRUM MUNDI – HISTORISCHES UND MODERNES FIGURENTHEATER
8. bis 17. Dezember 2006


Es begab sich aber zu der Zeit – eine Weihnachtsgeschichte
gespielt in einer Theatrum-mundi-Maschine
Ein mechanisches Figurentheater, historische Puppentheatermaschinen, eine Weihnachtsgeschichte, über 200 Figuren und 3 Puppenspieler.
Eine Koproduktion des Puppentheaters des THEATERS JUNGE GENERATION, der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen und der Technischen Sammlungen Dresden.
Theatrum mundi – Welttheater – oder wie es sein Erfinder Johann Samuel Brede zu Beginn des 18. Jahrhunderts etwas poetischer formulierte: „Der Schauplatz der Welt“ – ist eine barocke Theaterform, die die Menschen bis heute fasziniert. Man erblickt ferne Landschaften und weit zurückliegende Ereignisse auf der Bühne, die von kleinen Figuren aus Pappe, Holz und Blech belebt werden. Diese Figuren werden auf Förderbändern über die Bühne geschoben und entwickeln durch sinnreiche Mechanismen ein Eigenleben.

Im 18. und 19. Jahrhundert zogen Schausteller, Theaterdirektoren und Puppenspieler mit diesen „Weltmaschinen“ umher, zeigten darin exotische Schauplätze, Naturkatastrophen wie Seestürme und Vulkanausbrüche und auch Zeitgeschehnisse. Neben Volksfesten und Trachtenumzügen waren dies vor allem die Schlachten der Weltgeschichte: Jena 1806, Moskau 1812 und Sedan 1870. Mit der Einführung des Kinos verschwanden die Welttheater um 1900 von den Jahrmärkten. Nur die Puppenspieler blieben dieser Theaterform verbunden. 1952 zeigte Heinrich Apel in Dresden vermutlich als letzter seiner Zunft nochmals eine Theatrum-mundi-Szene. Die Überreste der Theaterherrlichkeit wanderten in die Museen.
In den letzten 15 Jahren erlebte das Theatrum mundi eine Renaissance. Puppenspieler waren von den verblüffenden Möglichkeiten fasziniert und integrierten Theatrum-mundi-Figuren in ihre Inszenierungen, so geschehen in Neubrandenburg, Dresden und Erfurt.
Die Puppentheatersammlung zeigt in den Technischen Sammlungen eines seiner wertvollsten Stücke: ein Theatrum mundi aus den 1890er Jahren mit dem schönen Titel „Seesturm im Golf von Malakka“. Außerdem sind zahlreiche Figuren und Kulissen zu sehen, die Einblick geben in das Puppenspielerhandwerk der Vergangenheit. Das Puppentheater spielt in einem neueren Theatrum mundi die Geschichte aller Geschichten – die Weihnachtsgeschichte. Bevor das Licht für die Vorstellungen ausgeht, zeigen die Museumspädagogen, wie die Puppenspieler früher mit ihren Marionettenbühnen und Figurentheatern ihr Publikum erfreuten.
IST DER BALL RUND?
03. bis 18. Juni 2006

Eine interaktive Ausstellung für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 12 Jahren
Offizieller Beitrag zum Kunst- und Kulturprogramm der Bundesregierung zur FIFA WM 2006™ in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee FIFA WM 2006
Alle Welt spielt Fußball. Aber wer kennt schon die Geschichte des Fußballs? In dem runden Lederding ist weit mehr verborgen, als nur ein Spiel, in dem zwei Mannschaften um einen Ball rivalisieren. Fußballgeschichte ist auch Kulturgeschichte, Physik, das Beherrschen von Fertigkeiten und Regeln, Strategien und sozialen Interaktionen.
Die Technischen Sammlungen Dresden präsentieren mit ihrer neuen Mitmachausstellung einen offiziellen Beitrag zum Kunst- und Kulturprogramm zur FIFA WM 2006™.
Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, die Welt des Fußballs aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennen zu lernen. Neugier, Forscherdrang, Erkenntnisinteresse und Wissensdrang werden hier gleichermaßen angesprochen. Wissensbestände aus Sport und Physik werden so dargestellt, dass Einblicke gewonnen werden können, die jungen Besuchern weitgehend unbekannt sind. Der Zusammenhang zwischen dem Fußballschuss und der Wurfparabel in der Physik ist nur ein Beispiel. Die Ausstellung zeigt vor allem Experimente, interaktive Installationen, Computersimulationen, Hörgeschichten und Objekte, die nach Herzenslust selbständig erforscht werden können.
SCHREIBEN WIE GEDRUCKT
19. Januar bis 24. April 2006

Peter Mitterhofers Schreibmaschinen 1864 - 1869
In Zusammenarbeit mit dem Technischen Museum Wien
Schreiben wie gedruckt, danach strebte man zu Peter Mitterhofers Zeiten. Es war eine bewegte Zeit, geprägt von der Industrialisierung, die mit dem Waren- auch den Korrespondenzverkehr anwachsen ließ. Schnell sollte das Schreiben in den Handelskontoren und Kanzleien gehen. Gut lesbar sollte es zudem sein, um eine effiziente Abwicklung der Geschäfte zu gewährleisten. So ist es nicht verwunderlich, dass es in verschiedenen Ländern völlig unabhängig voneinander Bemühungen gab, das Schreiben zu mechanisieren. Einer derer, die sich an die Konstruktion einer Schreibmaschine machten, war der Südtiroler Peter Mitterhofer.
Die Ausstellung „Schreiben wie gedruckt“ gibt Einblick in die Pionierzeit der Schreibmaschinenentwicklung und zeigt erstmals gemeinsam alle vier erhalten gebliebenen Modelle Mitterhofers.
Als gelernter Tischler und Zimmermann verwendete Mitterhofer zunächst hauptsächlich Holz für seine Konstruktionen, nur wenige Teile fertigte er aus Eisen. Die Typen setzte er anfangs aus Nadelspitzen zusammen, die von unten auf das oben aufliegende Papier schlugen und so die Buchstaben in Form einer Perforierung aufs Blatt brachten. Sein handwerkliches Rüstzeug ermöglichte es Mitterhofer, seine Konstruktionen selbst auszuführen und stetig weiter zu entwickeln.
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Technischen Museums Wien, der Technischen Sammlungen Dresden und des Stadtmuseums Meran. Sie war Ende 2005 in Wien zu sehen, und wird ab Mai im Stadtmuseum Meran präsentiert.
BURGEN, GEHEIMGÄNGE UND ZAUBEREI – 4000 JAHRE SICHERHEIT
03. Februar - 10. April 2005

Um die Bevölkerung für das Thema Sicherheit und Schutz zu sensibilisieren entwickelte die Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ die Ausstellung „Burgen, Geheimgänge und Zauberei – 4000 Jahre Sicherheit“.
Sie geht der kulturgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Bedeutung von Schutz und Sicherheit im Wandel der Geschichte nach. Von der Chinesischen Mauer bis zur Hightech-Sicherheit von heute: Anhand von authentischen Exponaten, Illustrationen und Modellen zur Darstellung menschlicher Aktivitäten, das eigene Hab und Gut zu schützen, bietet die Ausstellung eine Rundreise entlang der interessantesten „Meilensteine“ von 4000 Jahren Sicherheit!
Ein interaktiver Alarmparcours, ein begehbarer Geheimgang, Schlüssel, die Geschichte(n) erzählen, und amüsante Anekdoten sorgen u. a. für die lebendige, informative Darstellung des Themas. Zu sehen sind markante Beispiele aus aller Welt: Schutzrituale und Modelle imposanter Befestigungsanlagen, Geheimsprachen und raffinierte technische Entwicklungen im Spiegel der Jahrhunderte. Ein Blick in die Zukunft verrät die Möglichkeiten der Sicherheitstechnik von morgen.
Die familiengerechte Ausstellung bietet für alle Altersgruppen spannende Informationen und interaktive Elemente zum Erforschen und Entdecken.
Die Wanderausstellung war bereits in Hamburg und Mannheim ein großer Publikumserfolg. Nun können sich auch Dresdner Bürger ein eigenes Bild vom brandaktuellen Thema Sicherheit machen. Danach zieht die Ausstellung weiter nach Köln und Bielefeld. Begleitprogramm für Kinder und Familien Museumspädagogen führen Kinder und Jugendliche durch die Ausstellung und testen zum Beispiel, wie lange es dauert, antike Trickschlösser zu knacken, wie es sich anfühlt, in einer Höhle zu wohnen oder über eine Zugbrücke zu schreiten. In der Spielecke mit Kinderburgen können sich kleine Besucher gefahrlos im Kampf um Macht und Reichtum üben.
Die Kampagne wird unterstützt von:
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)
Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
Bundesverband der Hersteller und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen e.V. (BHE)
Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. (BDWS)
Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie e.V. (FV S+B)
Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
Besondere Termine:
„Mit Sicherheit...eine Führung für die ganze Familie“
ab dem 25. September 2005 jeden Sonntag um 15.00 Uhr
„Zitrone – Zeichen – Zwiebelsaft“ - Geheimschriften
17.-28. Oktober 2005, täglich für angemeldete Kindergruppen
Turmfest, 6. November 2005
viele verschiedene Aktionen für Kinder und Familien, u. a. „Aus dem Schatzkästlein geplaudert“
LICHTKÖRPER – HOLOGRAFIEN AUS DER SAMMLUNG LAUK
7. November 2004 bis 30. Januar 2005

Die Technischen Sammlungen präsentieren von November bis Januar die faszinierendsten Holografien aus der Sammlung Lauk. Der in Köln lebende Matthias Lauk hat die besten Werke seiner 25jährigen Sammeltätigkeit für diese Ausstellung zusammengestellt.
Im Bereich der technischen Hologramme ragen die Arbeiten der Richmond Holographic Studios in London heraus. Sie gelten als das weltbeste Labor im Bereich der Reflexionsholografie. Besonders stolz sind die Technischen Sammlungen darauf, die nur zweimal in der Welt existierende "Großflächenhologramm-Serie" von Flugobjekten Leonardo da Vincis zeigen zu können. Die Serie besteht aus vier Objekten, die nach Originalzeichnungen von Leonardo da Vinci von dem französischen Künstler Francois Mazzero geschaffen wurden.
Die Kunstholografie ist in ihrer internationalen Zusammensetzung repräsentativ besetzt. Künstler aus acht Ländern sind vertreten. John Kaufmann, der sich durch seine mehrfarbigen Hologramme große internationale Beachtung verschafft hat, ist mit einer Werkschau zu sehen.
Die Technik der Holografie ist inzwischen mehr als 50 Jahre alt. 1948 wurde die Darstellung dreidimensionaler Körper mithilfe von Laserlicht durch den englischen Physiker Dennis Gabor entwickelt, der dafür im Jahre 1971 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde. Gabor, 1900 in Budapest geboren, arbeitete ab 1927 als forschender Ingenieur in Berlin. 1933 emigrierte er nach England, wo er vor 25 Jahren in London verstarb.
Für alle, die gern selbst ein Hologramm herstellen möchten, bieten die Technischen Sammlungen im Januar 2005 ein spezielles Seminar an. Neben der Theorie werden dort Tipps und Tricks anschaulich vermittelt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich! Genauere Informationen erhalten Sie in der Ausstellung oder auch in den Technischen Sammlungen Dresden unter Telefon 0351 - 3144 110.
Diese Ausstellung wird unterstützt durch die Deutsche Arbeitsschutzausstellung (DASA) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund (BAuA).
N.J. LEHMANN UND DIE ERSTEN ELEKTRONENRECHNER AUS DRESDEN
15. März - 31. Dezember 2001

Mit einer Ausstellung über den Dresdner Mathematiker Nikolaus Joachim Lehmann erinnern die Technischen Sammlungen der Stadt Dresden an einen international anerkannten Vordenker der Computertechnik. Unter Lehmanns Leitung entstanden in den 1950er Jahren an der damaligen Technischen Hochschule Dresden die ersten Elektronenrechner der DDR. Fasziniert von den amerikanischen und britischen Vorarbeiten der Computertechnik legte Lehmann anfangs als Doktorand, von 1953 an als Professor und Gründungsdirektor des Instituts für maschinelle Rechentechnik die mathematischen und technischen Grundlagen für eine eigenständige Entwicklung der frühen Computer-Architektur.

Beim Bau der ersten Rechner D1 (1956) und D2 (1959) mit Magnettrommelspeicher und Röhrenschaltung übertrug Lehmann die Prinzipien des Computerbaus auf die materiellen Bedingungen im zerstörten Dresden und in der Mangelwirtschaft der DDR. Schon bald darauf aber löste er sich als erster Computerforscher der Welt vom Konzept zentraler Großrechenanlagen und realisierte mit dem 1962 als D4a gebauten "Rechenautomaten auf dem Tisch", der mit Transistoren arbeitete und nicht größer war als ein Fernseher, einen Kleincomputer für den individuellen Arbeitsplatz, einen frühen Vorläufer also der heutigen PC's. Die staatliche Industrieplanung entschied jedoch, Lehmanns revolutionäre Idee nicht weiter zu verfolgen und statt dessen dem internationalen Trend zum Großrechner nachzueifern. Lehmann zog sich aus der praktischen Computertechnik zurück und konzentrierte sich in den folgenden Jahren auf Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Kybernetik, die nicht zuletzt Dank seines Engagements endlich auch in der DDR als wissenschaftliche Disziplin anerkannt wurde.

Der 1921 in Camina bei Bautzen geborene Lehmann ist 1998 verstorben. Am 15. März 2001 wäre er achtzig Jahre alt geworden.
In der Ausstellung der Technischen Sammlungen werden neben Lehmanns D4a Teile der übrigen von ihm konstruierten Elektronenrechner, darunter ein zur Veranschaulichung der Rechentechnik gebauter gläserner Computer, sowie bislang unveröffentlichte Dokumente aus seinem wissenschaftlichen und privaten Nachlass gezeigt. Im Rahmen der Vernissage am 15. März um 18 Uhr wird Frau Dr. Dolly Lehmann Passagen aus der in Kürze erscheinenden Biografie ihres Ehemanns vortragen. Am Tag darauf findet in der Technischen Universität ein Gedächtnis-Kolloquium zum Werk des bedeutenden Dresdner Mathematikers Nikolaus Joachim Lehmann statt.

DIE VIERTE DIMENSION – EINE ERLEBNISAUSSTELLUNG ÜBER DIE ZEIT
28. Mai 2000 bis 28. Januar 2001



Eine Erlebnisausstellung über die Zeit
Die Technischen Sammlungen laden ein zu einer Reise in fremde und vergangene, in natürliche und technische, wissenschaftliche und phantastische Zeitsysteme, um zu erkunden, wie die Menschen die Zeit messen, empfinden, einteilen und verändern.


In der interaktiven Erlebnisausstellung „Die vierte Dimension“ öffnen sich den Museumsgästen viele unterschiedliche Wege, um an großen Modellen, bei Experimenten für die Sinne, den Körper und den Verstand, in Film- und Multi-Media-Installationen und anhand historischer Schauobjekte die zeitlichen Dimensionen im Leben des Menschen, im Verhalten von Tieren und in den Strukturen von Steinen, in den Räderwerken der Maschinen, in den weltweiten Computernetzen und in den Räumen des Universums entdecken, kennenlernen und erforschen zu können. Der Bogen spannt sich vom Nürnberger Ei bis zu den Wurmlöchern, von Schulstundenplänen bis zu Eintagsfliegen, von der Inneren Uhr bis zum derzeit schnellsten Mikroprozessor, vom Hahnenschrei am Morgen bis zur Zeitdienststelle im Dresdner Zwinger, von der Zeitlupe bis zur Lichtgeschwindigkeit.
Auf eigene Entdeckungsreisen in der Welt der Technik und Naturwissenschaften können die Museumsbesucher in unseren Erlebnisausstellungen gehen. Die Grundlagen der modernen Informations- und Kommunikationstechnik, aber auch viele andere faszinierende Phänomene aus Geschichte und Gegenwart von Physik, Mathematik und Technik werden dabei zu einem Erlebnis für die Sinne, für den Körper und den Verstand nicht nur unserer jüngeren Gäste.
Drei Mitmach-Ausstellungen wurden bisher aufgebaut "Schall und Rauch" (1998), "Wellensalat" (1999), und "Die vierte Dimension" (2000).