Niklas Goldbach TRUST. Fotografie und Video

Niklas Goldbach TRUST. Fotografie und Video

Niklas Goldbach
TRUST. Fotografie und Video
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Die aktuelle Ausstellung des Dresdner Fotografiestipendiaten trägt den Titel TRUST. Das englische Wort „TRUST“ kann für eine soziale Einstellung, ein Verhalten stehen - das Vertrauen, wie auch für große Produktions- und Verwertungszusammenhänge, für den „TRUST“. Allgemein untersucht Niklas Goldbach in seinen Fotografie- und Videoarbeiten die Spannung zwischen Architektur und Natur, Gesellschaft und Individuum, freier Bewegung und kontrolliertem Stillstand. Das Spektrum seiner stilistischen Mittel reicht von der dokumentarischen Bestandsaufnahme bis zur Fiktionalisierung durch die Postproduktion beim Film. Die neuerstellten fotografischen und filmischen Arbeiten sind Bestandteil umfangreicher Werkkomplexe und werden als solche in der Ausstellung präsentiert.

Im Rahmen seines Fotografiestipendiums befasste sich Goldbach vor allem mit den Orten und Arbeitswelten der Mikro- und Nanoelektronik-Industrie in und um Dresden.

Die Bilder der Serie ISO 5 wurden in den hermetisch geschlossenen Produktionsräumen der Firma Globalfoundries im „Silicon Saxony“ aufgenommen. Der Titel bezieht sich auf die Reinraumklasse der Fertigungsräume für Mikrosysteme, in denen prozessbedingt im gelben Lithografie-Licht gearbeitet wird.

Das Video The Foundry ist der dritte Teil von Niklas Goldbachs offener Video-Serie Form and Control. Das blockförmige Gebäude der Chip-Fabrik wurde mit der Kamera umrundet. In die ruhigen Standaufnahmen werden in schneller Folge einzelne Wörter eingeblendet, die sich zu Äußerungen eines fiktiven Wesens, eines vernunftbegabten Computers, zusammenfügen lassen. Als weitere Filme dieser Serie werden die Videos Live at Revel und Boulevard de L’Europe gezeigt.

Die Arbeit an der Serie Permanent Daylight begann 2013 und ist prinzipiell unabgeschlossen. Die Aufnahmen entstanden an sehr unterschiedlichen geografischen Punkten der Erde, so auch in Dresden. Alle diese Orte sind geprägt durch den Prozess der Veränderung durch den Menschen, durch die technische Zivilisation, die tatsächlich ein „Weltreich“ umfasst. In diesem geht, aufgrund seiner Dimension „niemals die Sonne unter“, wie in den Großimperien vergangener Zeiten.

TRUST erweist sich als Ansatzpunkt provozierender Fragen: Es geht um das Sehen und Sichtbarmachen und dessen Infragestellung, um die menschliche Wahrnehmung im Kontext komplexer kultureller und politischer Zusammenhänge.


Das Dresdner Stipendium für Fotografie und die Ausstellung sind ein Kooperationsprojekt der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Technischen Sammlungen Dresden. Es wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Finissage: Samstag, 25. November 2017, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 15. September – 26. November 2017

Sonderausstellung:

15.09.2017 – 26.11.2017